und 1. Listenplatz für die Grünen für den Kreistag
"Wofür stehe ich eigentlich mit meinen (vergleichsweise) jungen 27 Jahren? Grundsätzlich sehe ich bei mir zwei Themen: Mein Kopfthema sind beruflich bedingt die Finanzen – als Steuerfachangestellter kenne ich mich mit Bilanzen aus und habe demnach einen guten Einstieg in die Materie. Mein Herzensthema sind aber Vereine – nicht nur, weil ich selbst einen gegründet habe sondern auch, weil mir zunehmend klar wird, dass Vereine die wahrscheinlich wichtigste Demokratieerhaltungsmaßnahme überhaupt sind."
Hallo, schön dass du für mich interessierst.
Ich hatte die Grundschule am Moor und dann das Gymnasium Neu Wulmstorf besucht.
Und hier sind meine verschiedenen Lebensläufe:
Beruf: Meine Ausbildung zum Steuerfachangestellten hatte ich in einem Büro hier im Ort von 2018 bis 2021 gemacht. Anfang 2023 bin ich dann in ein Büro in Hamburg gewechselt, wo ich bis heute arbeite.
Studium: Mit Ausbildungsende in 2021 hatte ich direkt ein Bachelor-Studium „Steuerrecht“ bei der FOM angefangen und 2025 beendet. Seit April 2026 studiere ich das Master of Laws „Taxation“ an der Leuphana mit der Intention, nach Abschluss das Steuerberaterexamen zu machen.
Politik: Ich bin seit 2019 Mitglied bei den Grünen, seit 2021 bin ich als Kassierer im Ortsverband tätig. Zudem bin ich in 2024 in den Gemeinderat Neu Wulmstorf nachgerückt und im Finanzausschuss.
Spieleverein: Seit Anfang des Jahres findet jeden Freitag im Mehrgenerationenhaus ein Spieletreffen statt. Der Verein im Hintergrund, der „Spieletreff Neu Wulmstorf e.V.“ wurde dabei durch mich gegründet. Nach der ersten regulären Vorstandswahl bin ich noch als Kassierer im Vorstand aktiv (und auch fast jeden Freitag vor Ort anzutreffen).
- Die aktuelle Haushaltssituation ist bekanntermaßen schwierig – und doch muss diese gerecht und zukunftssicher ausgestaltet werden
- Ehrenamt ist einfach nur geil – und muss es auch bleiben (und eigentlich muss das Ehrenamt auch noch weiter wachsen)
- Ich bin ehrlich und offen, kommuniziere stets, warum ich mich für oder gegen etwas entschieden habe.
- Politische Entscheidungen treffe ich selber - Die bewusste Nutzung von KI schließe ich in jeder Form aus.
Ich halte für mich wenig davon, in vier Einzeilern was schönes zu schreiben und es dabei zu belassen. Politik lebt von Ehrlichkeit und Diskurs. Und zum Diskurs gehört, euch die Möglichkeit geben, mir zu sagen, wo ich eventuell falsch liege oder wo ich meine Argumente noch etwas nachschärfen kann. Ich meine: Ich bin jung und nur zweieinhalb Jahre in der Politik gewesen. Da ist man für manche Kritik auch durchaus dankbar.
Deshalb hier - für einen Politiker eher unüblich, aber für mich unglaublich wichtig - die (etwas längere) Ausarbeitung zu meinen Versprechen.
Meine Bitte: Wenn ihr mit mir an einer Stelle nicht mit mir übereinstimmt, ihr Ideen oder Alternativvorschläge habt: Schreibt mir eine Mail. Ggf. kommen wir gerne mal zusammen, wenn ich glaube, dass das Gespräch konstruktiver Natur sein wird.
(Und ich habe Zugriff auf das Backend dieser Seite. Deshalb kann ich auch etwas mehr als die anderen schreiben, ohne dass mich die IT verärgert fragen muss, wie sie denn alles einpflegen soll :) )
Eine Sache vorab: Der Abschnitt „Finanzen und Wirtschaft“ im aktuellen Wahlprogramm der Kommunalwahl stammt aus meiner Feder und wurde auch nicht mehr durch Änderungsanträge anderer Mitglieder verändert – was dort drin steht entspricht voll und ganz meiner Meinung.
Hier will ich meine Gedanken zum Finanzteil ausführlich darstellen:
Ein Haushalt hat die Aufgabe, die vorraussichtlichen Einnahmen einer Gemeinde zu schätzen und das sich ergebende Budget auf die anfallenden Ausgaben zu aufzuteilen. Die Ausgaben, die nicht gesetzlich vorgeschrieben sind, sind dabei das politische Wahlkampfmaterial – es sind die Gelder, mit denen Parteien ohne ein Sternchen ihre Wahlkampfversprechen machen könnten.
Warum könnten? Na ja, hauptsächlich deshalb, weil in den letzten Jahren die Ausgaben regelmäßig größer als die Einnahmen waren – und demnach eigentlich kein Handelsspielraum im Haushalt besteht. Die Gründe sind vielfälig und liegen (entgegen dessen, was die CDU in ihren Reden und im Abstimmungsverhalten im Gemeinderat zu den Haushalt 2024 und 25 aufgeführt hat) zum größten Teil außerhalb der Gemeinde. Ich gehe im Wahlprogramm darauf ein.
Grundsätzlich ist es aber so, dass die Ausgaben der Gemeinde nahezu ausschließlich Pflichtausgaben darstellt – nur der kleinste Teil der Ausgaben ist nicht vorgeschrieben (und zu diesen siehe den Abschnitt zum Ehrenamt). Kürzungen bei den Ausgaben sind nicht darstellbar – eher im Gegenteil.
Aber zunächst zu den Einnahmen:
Was Einnahmen angeht hat die Gemeinde zwei nennenswerte Hebel:
Der Gewerbesteuerhebesatz besteuert bei Einzelunternehmen jeden Euro Gewinn nach dem 24.500ten.
Der Großteil (Genauer: Bis zu 400% des Hebesatzes) lässt es sich zwar von der Einkommensteuer wieder abziehen – Jede Erhöhung, die der Gemeinderat beschließen würde, aber nicht mehr.
Eine Rechnung:
Der aktuelle Hebesatz der Gemeinde beträgt 420% (was für Einzelunternehmer eine Effektivbelastung von 0,7% bedeutet – aber dann kommt noch die Einkommensteuer dazu), jede Erhöhung des Hebesatzes um 10% würde die Steuerlast eines Unternehmen um 0,35% erhöhen – Also 3,50 Euro auf 1.000 Euro Gewinn. Ein erfolgreicher Unternehmer mit einem Jahresgewinn von 60.000 Euro würde demnach etwa 125 Euro mehr Steuern zahlen. Die Gemeinde wiederrum nimmt dann insgesamt ca. 280.000 Euro extra ein, wovon es allerdings knapp die Hälfte an den Kreis abgeben müsste.
Die Frage lautet: Wenn Hamburg einen Hebesatz von 470% hat – um wie viel können wir erhöhen, bis Hamburg für Unternehmen zu attraktiv wird (insbesondere für Bürojobs, die im Verhältnis Gemeindefläche zu Gewerbesteuereinnahmen quasi unschlagbar sind und relativ einfach umziehen könnten, wenn Sie es wollen würden).
Addendum: Bei Kapitalgesellschaften ist die Rechnung etwas anders (die 24.500 Euro und die Anrechnung auf eine andere Steuer fallen weg) – aber hier nehme ich Merz die vom Bundestag beschlossene Absenkung der Körperschaftssteuersatzes von 15% auf 10% so übel, dass ich keine Lust habe, hier noch groß rumzurechnen (ernsthaft, davon profitieren fast nur diejenigen, die eh mehr Steuern zahlen sollten. Aber das ist ein Bundesthema).
Beim Grundsteuerhebesatz ist das Problem vielschichtiger: Hier wird die Bevölkerung direkt drangenommen – entweder als Eigentümer oder über die Nebenkostenabrechnung als Mieter. Entsprechend viel (verständlichen) Unmut verursacht eine Erhöhung hier.
Ein Rückblick: 2018 betrug der Hebesatz 410%, heute 560%.
Die Erhöhung seit 2018 entspricht einer jährlichen Erhöhung von ca. 4% pro Jahr (vgl. Zinsrechner über 8 Jahre). Das halte ich für angemessen, insbesondere mit Blick auf die Inflationsrate und die Grundstückspreise in Neu Wulmstorf.(Addendum: Die Grundsteuerreform ignoriere ich, da diese sogar eine Grundsteuersenkung über alle Haushalte bedeutete.)
Wenn ich hier aber von einer Angemessenheit spreche, heißt das nicht, dass eine Erhöhung auch unproblematisch wäre:
Ich will hier nicht eine grundlegende Diskussion über die absolut schreckliche Situation des Wohnungsmarktes eröffnen (also wollen tue ich schon, aber es gehört nicht hierhin). Ich bin mir aber auch dessen bewusst, was eine Erhöhung der Grundsteuer für Einwohner mit niedrigem Einkommen bedeutet. Es ist demnach eine Maßnahme, die mit Augenmaß zu genießen ist.
Addendum: Was die Gewerbesteuer aber auch hat und die Grundsteuer nicht: Eine automatische Inflationsanpassung. Da Gewinne (theoretisch und über alle Unternehmen gerechnet) mit der Inflation wachsen und demnach auch die Gewerbesteuereinnahmen wachsen, findet hier eine automatische Anpassung der Steuern statt. Bei der Grundsteuer passiert dies nicht – die Einnahmen hier sind relativ konstant. Was aber nicht konstant ist sind die Ausgaben für alles, was die Gemeine zahlt – Gehälter, Bauprojekte, etc.. Wie soll man dem auf Dauer ohne Steuererhöhung gerecht werden?
Im Wahlprogramm steht drin, dass Steuererhöhungen nur als letzte Maßnahme greifen sollen. Dazu stehe ich grundsätzlich immer noch, aber nicht (mehr) vollständig und unbegrenzt (siehe Gedanken zum Ehrenamt). Aber selbst wenn ich noch voll dazu stehen würde: Zur Wahrheit gehört auch, dass wir gar nicht so weit von der Notwendigkeit zu Steuererhöhungen entfernt sind. Das unsere Gemeindehaushalte negativ sind ist kein neues Phänomen, 2026 ist der erste Haushalt mit positivem Gesamtergebnis in der Prognose (aber auch nur ein bischen). Aber toll, es geht aufwärts! Dann ist da aber nur noch ein klitzekleines Problem: Der Investitionsrückstau.
Wenn man in der Gemeinde auf die notwendigen Investitionskosten schaut stellt man fest, dass dieser extrem hoch ist. Allein bei den Straßen sind es hohe acht- oder niedrige neunstellige Beträge laut Kalkulation der Gemeinde.
Die Gemeinde nimmt sehr großzügig aufgerundet ca. 40 Millionen Euro im Jahr an Steuern ein. Die Hälfte bekommt der Kreis. Der Rest geht für Ausgaben drauf. Wo sollen die notwendigen Gelder herkommen? (Kredite können auch nur einen Teil davon decken, weil irgendwann die Haushaltsaufsicht streikt)
Wofür soll also das prognostizierte kleine Plus eingesetzt werden? Investitionen? Was anderes? Das ist eine Frage, die ich im Abschnitt „Ehrenamt“ für mich beantworte.
Am Ende will ich nur eines sagen:
Ich kann die Probleme des Haushaltes nicht lösen. Das kann niemand (zumindestens nicht auf kommunaler Ebene). Ich kann nur versprechen, dass ich Entscheidungen treffen und zu diesen stehen werde. Der Text beschreibt nur, was ich zu dem Thema denke und was ich berücksichtige, wenn ich meine Hand hebe.
Haushaltspolitik ist kompliziert.
Ehrenamt ist Geil.
Und es ist in Gefahr.
Wie können wir es schützen?
Wie ich schon in meinem Lebenslauf geschrieben hatte war mein neuerlicher Einsatz für das Ehrenamt die Gründung des „Spieletreff Neu Wulmstorf e.V.“. Mittlerweile hat sich der Verein von mir als Person losgelöst und ich bin „nur“ noch der Kassierer. Aber die ganzen Formalien und die Organisation des Vereins haben mir drei Dinge aufgezeigt:
Ein Verein zu gründen ist nicht schwer (wobei ein beruflicher Hintergrund im Steuerrecht aber auch hilft). Ihn zu halten bedarf aber etwas, das die Leute motiviert, zu kommen. Bei Gesellschaftsspielen ist das einfach. Für viele andere Themen nicht, denn...
Vereine sind zeitaufwendig. Ich bin Mitglied im Spieleverein, der mir 4 Stunden jeden Freitag klaut, in einem Buxtehuder Redeklub, der mir auch 2 Stunden (+ Anfahrt und Redeschreibezeit) wöchentlich klauen will (aktuell ist der Verein für mich in Wahlkampfzeiten etwas in den Hintergrund gerückt) und die Partei, für die ich aktuell auch sehr viel mache. Wenn man 40 Stunden die Woche arbeitet und dann noch Anfahrts- und Abfahrzeiten zur Arbeit, Zeit für Kochen, Schlaf etc. braucht: Wie viel Zeit hat man noch für andere Sachen übrig.
Und doch gilt: Vereine sind einfach nur Geil!
In der Mediathek vom „Ersten“ wurde kürzlich eine Folge vom „Reschke Fernsehen“ hochgeladen, die Überschrift lautet „Angriff auf die Zivilgesellschaft: Wie engagierte Bürger ausgebremst werden“. Ich empfehle dringenst, die Folge zu schauen (überhaupt ist das „Reschke Fernsehen“ eine großartige Sendung, die ich in öffentlichen Diskussionen viel zu wenig wahrnehme. Die Folgen zur Familienstiftung und zu den Beraterkosten (vom 27.02.2025) sind meines Erachtens auch sehr sehenswert, wenn ihr euch wie ich für Finanzen interessiert.)
Denn hier ist eine Frage: Was macht eine ehrenamtliche Tätigkeit mit demjenigen selbst, der sich einbringt, und mit der Gesellschaft, die diese Tätigkeit und/oder ihre Auswirkung wahrnimmt? Und warum scheinen insbesondere rechte Parteien Vereine scheiten sehen wollen?
Es gibt viele Blickwinkel, um diese Frage zu beantworten. Alle zeigen aber ein Bild: Vereine sind wichtig. Für die Mitglieder. Für alle, die davon profitieren. Für die Zivilgesellschaft. Für die Demokratie.
Bildung einer Gemeinschaft: Wo Leute zusammenkommen, in einer Gesellschaft sind, die etwas voranbringen will – dann tun sie etwas gutes. Mein Spieleverein hat Leute zusammengebracht, die miteinander Lachen. In der freiwilligen Feuerwehr sind Leute, die zusammen eine Ausbildung gemacht haben und gemeinsam Ihr Leben für die Gesellschaft aufs Spiel setzen. Im Klimaforum tauschen sich Leute mit gleichen Interessen zu Themen aus. Es sind Leute, die für ein Thema brennen und diese Motivation auch nach draußen tragen (Wie Babett (aus der Gruppe „Blühendes Neu Wulmstorf“ des Klimaforums für insektenfreundliche Bepflanzung brennt und alles dazu sagen kann (und auch tut) ist herrlich. Ich höre ihr gerne zu, wenn Sie darüber spricht).
Richtig aufgestellte Vereine fördern eine gesunde Gesellschaft: Wenn ich von einer Gesellschaft oder einer Gemeinschaft spreche, meine ich eine „Gesunde“. „Gesund“ ist dabei jede Gesellschaft, wo alle die Möglichkeit haben zu sprechen und gehört zu werden – und auch dazu angeregt werden, dies zu tun, sich Gedanken zu machen. In „Gesunden“ Gesellschaften hört man: „Könnte man nicht...?“, „Wollen wir nicht...?“, „Was wäre mit...?“, „Nochmal?“.
„Ungesund“ ist alles, wo eine Gruppe sich unter einen „Führer“ zusammenschließt und alles nachplappert, was dieser sagt. Wo Gesellschaft nicht Teilhabe, sondern Identität ist (wie zu sehen auf der AfD-Demo in Schwerin am 01.08.2026, die ich am Rande mitverfolgen durfte). Das sind keine Vereine. Das sind Echokammern.
Man verlernt Gemütlichkeit: Als Kontext empfehle ich den Artikel „I was a teenage exocolonist (and so can you)“ von Doc Burford. Mich hat das von ihm Essay deutlich beeinflusst. Hier ist der Tenor, den ich für mich mitgenommen habe: Es ist einfach, nach dem Feierabend, auf dem Sofa zu sitzen und nur das zu genießen, was der Algorithmus von Twitter, Instagram, TicToc und co. so bietet. Und doch ist es eine Falle. Ja, 40 Stunden Arbeit sind anstrengend. Wenn man das aber als Grund nimmt, sich komplett aus dem Leben zurückzuziehen, dadurch andere Meinung nicht mehr zulässt, weil es zu anstrengend wäre, die eigene zu überdenken – dann verliert man sich selbst. Und landet bei jemanden, der gerne Leute unter sich vereint (siehe den Punkt hierrüber: „Führer“)
Vereine sind dabei ein Anlass, etwas zu machen. Sie sind ein Kalendereintrag, wann man sich aufraffen muss und irgendwo hinzugehen hat. Sie zwingen einen zum Austausch mit anderen und raus aus der einlullenden Gemütlichkeit. Und Vereinsarbeit ist keine Arbeit. Zumindestens nicht die Art von Arbeit, die du schon 40 Stunden deines Lebens macht (und wenn doch, machst du es wahrscheinlich falsch). Es ist Freizeit. Nur jetzt sinnvoll verwendete Freizeit. Freizeit, die einen Abends Glücklich und nicht stumpf ins Bett fallen lässt.
Gemütlichkeit hat seinen Zweck und seinen Zeitpunkt in deinem Tagesablauf. Aber es darf nicht deine komplette Freizeit beherschen.
Man verlernt Einsamkeit: Eng damit zusammenhängend: Man vergisst, dass man nach Corona eigentlich nur noch Einsam war. Man lernt Gesellschaft wieder kennen. Man zwingt sich dazu, aufzustehen und mit anderen Menschen etwas zu machen. Menschen, die man vorher nicht kannte – aber die die eigenen Interessen teilen.
Man lernt Hobbys: Sei es nähen, Spielzüge vorausplanen, sich um Pflanzen kümmern und Insektennamen kennenlernen, eine Wasserpumpe zu bedienen oder was weiß ich: Wenn du dabei etwas lernst und Spaß daran hast, ist es gut.
...Ich schließe die Liste mal an dieser Stelle. Mehr Punkte gibt es allemal.
Kurzum: Vereine sind herrlich. Sie fördern die Demokratie. Sie sind unabdingbar, um den Angriff von Rechts standzuhalten. Sie sind die Maßnahme, mit der Klimaschutz, Kultur, ein Zusammenhalt der Zivilgesellschaft gelingen kann.
Aber in Zeiten, wo Parteien, die von sich selbst behaupten, für die Demokratie einzustehen, 551 Fragen gegen Vereine stellen, wo der Höhe absolut irrelevante Geldbeträge gekürzt werden und damit jahre- und jahrzentelang aufgebaute Strukturen einfach zusammenfallen, wo Leute (insbesondere Kinder) Hilfe brauchen und nicht mehr bekommen, weil irgendjemand einmal zu viel den Rotstift angesetzt hat... Wo Leute Beschäftigung suchen und nicht mehr finden... Wo Leute nur noch einsam sind...
Wenn man die Probleme nicht selber löst, lösen Sie andere. Und mit andere meine ich die AfD. Und mit lösen meine ich nicht wirklich lösen, sondern nur das Problem umdichten, bis das Ursprungsproblem und dessen Lösung einen nicht mehr interesiert, sondern nur die seelenlose Mitgliedschaft in der falschen Gemeinschaft der AfD für einen noch zählt.
Kurzum, was will ich: Mehr Geld für Vereine, für Gemeinnützigkeit, für Präventionsarbeit, für das Zusammensein, nicht weniger. Jeder Euro, den man hier sparen will ist ein Euro, der in der Demokratieförderung fehlt. Hier schlägt mein Herz mein Kopf.
Zum Abschluss: Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass die Arbeitskraft in Unternehmen oft die größte Ausgabe darstellt? In Vereinen fällt diese weg (oder ist deutlich niedriger), weil: Die Leute machen das ja ehrenamtlich! Sollte der Leser nur auf den Haushalt schauen stelle ich dir die Frage: Was kostet es, das Programm zu ersetzen, wenn es nicht mehr da ist? Oder was verlieren wir - die Gesellschaft - wenn das Programm oder der Verein ersatzlos wegfällt.
Oder soll die Gemeinde die Vereinsarbeit übernehmen und nicht nur den Raum sondern auch die Arbeitskraft bezahlen? Fände ich auch nicht überall schlecht, aber wenn man nur auf die Finanzen schaut, war das vorherige Modell eigentlich noch besser.
Ich will nicht gefragt werden: War es uns die paar nicht mehr getätigten Ausgaben Wert, dass daran die Demokratie zugrunde geht.
(Addendum: Ich spreche hier in sehr großen Tönen von Vereinen. Aber nur die wenigsten Vereine und Ehrenämtler würden von sich behaupten, aktiv die Demokratie zu retten. Aber das müssen Sie auch gar nicht. Allein Ihre bloße Existenz und der Spaß und die Freude der Menschen an dem, was sie machen ist schon ausreichend, um Menschen mitzunehmen. Ganz unkomplizert. Und dieses Mitnehmen der Menschen - das ist das, was ich so feiere.)
In Neu Wulmstorf leben über 23.000 Menschen, im Landkreis über 265.000.
Jeder Mensch ist verschieden, hat unterschiedliche Erfahrungen, Bedürfnisse und Interessen.
Ich kann nicht allen gerecht werden. Vielen will ich auch nicht in allen Punkten gerecht werden, weil diese der Zukunftsvision widersprechen, die ich für Neu Wulmstorf und den Landkreis sehe.
Im Gegenzug werden viele auch meine Positionen, Wünschen und Visionen nicht unterstützen. Das ist in Ordnung.
Ich habe oben das Versprechen abgegeben, dass ich offen und ehrlich mit euch - den Wählern - kommuniziere. Das ist ein Anspruch, den ich an die eigene Politik habe. Wenn ich anfange, Positionen zu vertreten, nur weil mir jemand sagt, dass ich die diese vertreten muss, habe ich für mich politisch verloren.
Ich lasse mich gerne überzeugen, schenke auch vielen Personen (insbesondere meinen Parteikollegen) einen Vertrauensvorschuss - ich kann mich nicht mit allen Themen beschäftigen und bin darauf angewiesen. Aber am Ende jeder Abstimmung will ich sagen können, warum ich dafür oder dagegen gestimmt habe.
Meine Mailadresse steht am unteren Ende dieser Seite.
Jetzt ist es leider in der Wirklichkeit oftmals so: Kommunikation ist politisch unklug. Kommunikation kann Wähler verschrecken. Die meisten (mich eingeschlossen) wissen eher, was sie nicht wollen, als was sie wollen. Und ehrliche Kommunikation bedeutet, sich zu Positionieren. Für Lösungen einzutreten aber vor allem dadurch auch andere Lösungen auf Probleme auszuschließen.
Und Kommunikation macht angreifbar. Leider nicht nur auf konstruktiver Ebene, sondern auch persönlich:
Wenn mir jemand was Böses will, greift er sich einen Satz raus, kommentiert auf Twitter etwas drunter, reißt es dabei aus dem Kontext, und schon bin ich in Kreisen bekannt, die ich nicht kennenlernen will. Wenn du diese Person bist: Na ja, ich kann schreiben, was ich will. Abhalten kann ich dich eh nicht. Aber ich bedaure, dass du glaubst, deine Meinung nur auf solch eine Weise verbreiten zu können. Das du nicht an deinen eigenen Argumente scheinbar nicht vertraust.
Wenn du aber nicht diese eine Person bist, dann bewundere ich dich. Du gehörst zu der Minderheit, die gerne lange Texte ließt. Die sich hoffentlich Gedanken über den aktuellen Stand von Politik und Gesellschaft macht. Die hoffentlich gewillt ist, ihre eigene Meinung zu vertreten und herauszufordern. Du gierst nicht nach Gemütlichkeit! Du willst Herausforderung!
Du, ja du, bist die Zielgruppe, die ich mit meiner Politik und meinem Politikstil ansprechen will. Vieleicht sind wir nicht in allem einer Meinung. Aber hoffentlich sind wir (in etwa) einer Meinung, wie, wie wir Meinungen und Positionen austauschen sollten.
Schreib mich an. Komme wahlweise zu einer Ortsverbandssitzung oder zu einem freitäglichen Spieletreff (schreib mir vorher aber bitte eine Mail, damit ich weiß, dass du kommen willst und worüber du sprechen willst. Und gebe mir etwas Vorlauf, damit ich mich vorbereiten kann).
Ich freue mich auf dich.
Die Antwort in einem Satz: Ich werde keine KI benutzen. Für nichts.
Denn wenn ich anfange, zu rationalisieren, warum ich für diese eine Sache KI nutzen sollt, dann ist ein Einfallstor für alle anderen Aspekte meines Lebens geschaffen.
Warum?
Weil ich vor allem anderen ein Mensch bin.
Und Menschen mögen es Einfach. Menschen mögen es Gemütlich. Menschen mögen es, wenn etwas immer zustimmt und man nicht herausgefordert wird. Und wenn man die eigenen Argumente auf dem Silbertablett geliefert bekommt. Ich traue mir nicht zu, etwas so mächtiges und flexibles wie LLMs auf nur auf einen Aspekt meines Lebens zu beschränken. Denn...
KI ist (aus meiner Sicht) ein Suchtmittel.
Es befriedigt den Wunsch von Menschen nach sofortiger Befriedung von Bedürfnissen. Ein paar Worte und hier ist die Antwort. Das Bild. Die Anleitung. Was auch immer du willst.
Und es ist ein Suchtmittel unter der Kontrolle von Leuten, die gewillt sind, Milliarden dafür auszugeben, um mehr Leute an dieses Suchtmittel zu binden und zu halten. Das in dein Leben eintreten und jeden Aspekt davon beherschen will. Das dich dümmer macht. Warum machen die das wohl?
Ich hatte in den in den ersten Jahren nach Veröffentlichung von ChatGPT in 2022 mit LLMs gechattet. Mit KI Bilder generiert. Ich wünsche mir im Nachgang, ich hätte stattdessen wie früher in der Bibliothek gesessen. Oder malen gelernt. Und nicht verlernt, mir Aufwand für Dinge zu machen. Die Erkenntnis hatte ich aber in einem langen Prozess gewonnen.
Denn was ich für mich festgestellt habe: Ergebnisse interessieren mich nicht wirklich. Der Weg dahin aber schon. Denn die Menschen, denen ich am liebsten zuhöre, an deren Geschichten ich mich bis heute erinnere, sind nicht die, die mir sagen, was sie erreicht haben, sondern die, die mir genau sagten, wie sie es erreicht hatten welche Hürden Sie überwunden hatten, zwei drei lustige Anekdoten am Rande erzählten, über Ihre Fehlschläge lachten, mir erklärten, wie ich vorgehen sollte, wenn ich ich das jetzt machen wollen würde (und gleichzeitig wussten, dass ich es vermutlich nie machen würde), aber trotzdem mit jedem Wort eine Begeisterung für das Thema mitgebracht hatten, dass es förmlich ansteckend war. Das sind Geschichten.
Und so wie ich solche Geschichten gerne höre, will ich selbst auch welche auf Lager haben, wenn ich nach eigenen Geschichten gefragt werde.
KI ist keine Geschichte. KI ist eine (mal mehr mal weniger richtige) Antwort.
(Leseempfehlung: „Please use AI“ von Shawn Smucker)
(Nachtrag: Oft, wenn über KI als ein Mehrwert gesprochen wird, wird über Effizenzgewinne gesprochen. Die sind unzweifelhaft vorhanden. Aber folgende Fragen dazu:
A. Wer profitiert wirklich am meisten von den Effizienzgewinnen?
B. Was verliert du dadurch, dass du dir etwas von etwas abnehmen lässt, der kein Mensch ist und dir auch nicht ernsthaft mitteilen wird, wenn du vom Weg abkommst?
C. Was verliert der Mensch, dem du die Arbeit gegeben hättest, hätte es KI nicht gegeben?
D. Es ist mehr im Internet verfügbar als jeder Mensch jemals lesen wird oder nutzen könnte. Warum sollte ich genau deine Sache lesen oder nutzen, wenn die Auswahl eh schon viel zu groß ist?
(Und E. Klimaschutz? Grundwassermangel? Chipmangel? Irgendjemand?)
Was ich aber trotzdem sagen möchte: Wenn ihr einen Text, Aufsatz oder Buch kennt, der überzeugend und mit Quellen belegen kann, dass KI einen gesellschaftlichen (und nicht nur persönlichen) Mehrwert bietet, schickt mir diesen bitte zu. In meiner Anti-KI-Blase finde ich einfach nichts. Und ich will nicht so radikal über ein Thema denken wie es bei KI der Fall ist. Aber alles, was ich dazu lese, was eigentlich pro KI sein sollte, radikalisiert mich nur noch weiter. Bitte helft mir)
E-Mail: y.band@g-nw.de
Instagram-Profil (aktuell im Aufbau)